Visual Tool Tip #3: mural.ly

Mural.ly   Visual Collaboration for Creative PeopleDie Visual Tools, denen ich auf der Spur bin, sind absolut faszinierend. Heute stelle ich Euch Mural.ly vor, ein wirklich geniales Board, das ich gleich in einem laufenden E-Moderating-Kurs im Rahmen von kollborativem Arbeiten getestet habe.

Startseite im Web

Witzig ist schon die Startseite des Tools: Da wird man gefragt „How does Mural.ly work“ und gleich aufgefordert, per Drag & Drop Elemente in die mittig liegende freie Fläche zu ziehen. Ein bisschen weiter unten sieht man fünf Beispiel-Boards und schon entscheidet man sich für einen Test. Also, ich jedenfalls.

Anmeldung / Registrierung

Kinderleicht ist die Registrierung: einfach bestehenden Twitter-, Facebook- oder Google-Account nutzen. Wer diese Anbindung nicht will, meldet sich über eine E-Mail-Adresse an.

Das Board

Gleich eine Korrektur: DAS Board stimmt nicht. Man hat in der Free-Version drei „aktive“ Boards zur Verfügung und einen „Raum“ (dessen Funktion sich mir noch nicht erschlossen hat, vermutlich kann man Teilnehmer in einen Raum einladen und alle aktiven Boards mit ihnen teilen). Das reicht für eigene Arbeit oder kleinere Gruppen mit kurzer Projektphase, denn irgendwann ist so ein Board ja auch mal voll.

Netterweise wird ein Beispiel-Board „mit geliefert“, auf dem man sehen kann, was alles machbar ist.

Mural.ly   Sample Mural

 

Der Aufbau ist simpel: auf der linken Seite finden sich oben alle Optionen zum Einfügen von internen Elementen (Notizzettel, Pfeile, Layout-Vorlagen) – hier „Tools“ genannt.

Darunter finden sich alle Möglichkeiten zum Einfügen von externen Inhalten (Content aus der Mobile App, Drive-Dokumenten, Web-Links, Evernote-Notizen) – hier „Content“ genannt.

(Für größere Ansicht der Bilder einfach drauf klicken)

 

Am unteren Rand des Boards die Kollaborations-Optionen: gemeinsamer Chat, Aktivitäts-Verlauf, Kommentar-Funktion, Präsentations-Ansicht.

 

App-Anbindung

Im Google-Playstore für Android habe ich keine App gefunden. Für iOS gibt es eine App, die allerdings sehr reduziert konzipiert ist. Die App heißt Viewer and Catcher. Das Downloaden eines Murals dauert einige Zeit.

Sammeln kann man Bilder, eigene Sketchnotes, Notizes und Links – und zwar direkt in einem vorher aufgerufenen Board. Links müssen per Hand oder Paste & Copy eingegeben werden. Bilder fügt man über den Zugriff auf die eigenen Foto-Ordner ein.

Bearbeiten lassen sich die importierten Inhalte dann aber nur über den Login auf das Tool via Web.

mural.ly Mobile App

Das Problem ist der Export

Ein Screenshot vom gesamten Board und im MS-Office Viewer geöffnet bringt das enttäuschende Ergebnis: die Details sind nicht lesbar, da der Screenshot nur ein PNG ist. Auch ein gesamter Screenshot via „Druck“-Taste und Einfügen in Paint, danach als JPEG abspeichern bringt nichts.

Das Board offline präsentieren als FREE-User geht aus meiner Sicht nur, wenn man zunächst die integrierte Präsentations-Funktion nutzt. Sich also im Board die Ausschnitte anordnet für eine Präsentation, diese Ausschnitte via Screenshot captured und dann in eine eigene PPT oder Prezi einarbeitet.

Export als Bild oder als ZIP-Datei sind PRO-Features, daran ist nicht zu rütteln.

 

Fazit

Im E-Moderating-Kurs bekamen die Teilnehmer ein fast leeres Board und mussten sich alleine in das Tool einarbeiten – dies gehört zum Konzept der Erfahrung mit asynchroner Online-Kollaboration. Aus den Rückmeldungen ging hervor, dass der Einstieg allen schwer fiel, aber schon nach kurzer Zeit ergab sich das gezielte Arbeiten wie von selbst.

Asynchrones Arbeiten im Web ist „nobody’s“ darling“ – daher empfiehlt es sich, ein Board im Sinne des Projekt-Rahmens oder einer Aufgabenstellung vorher zu strukturieren. Hier helfen die Layouts oder eben eine eigene Struktur.

Die FREE-Version reicht meines Erachtens aus, mit 10 $ pro Monat bzw. 100 $ pro Jahr lohnt sich die PRO-Version nur für mittlere und größere Organisationen. Beachten sollte man aber, dass der Content in der FREE-Version eben auf Mural.ly liegt.