Visual Tool Tip #1: Springpad

Mit Visualisierungen arbeiten ist ein neuer Trend, nützlich für innovative Ansätze in der Selbstorganisation und der kreativen Teamarbeit. In der Reihe „Visual Tool Tip“ stelle ich künftig einige interessante Plattformen vor. Heute: das Notizbuch Springpad bietet Erstaunliches.

Es ist ein Notizbuch mit Überraschungen

Notizbuch-Tools gibt es en masse und wenn ich mir ein neues ansehe, geschieht das immer besonders kritisch. Denn im Grunde bin ich gut organisiert. Ich sammle in Evernote über das Browser-Plugin Notizen mit Randbemerkungen, die ich verschlagworten und auch terminieren kann. ToDo’s liegen auf einem Trello-Board und im Online-Kalender als Arbeitspakete. Ich bookmarke via diigo, habe eine verschlüsselte Dropbox für Fotos, einen Flickr-Account. Und diverse mehr.

Was muss ein „visuelles“ Notizbuch also bieten, damit ich es meiner bisherigen Tool-Sammlung hinzufüge? Mir fallen eigentlich nur zwei Dinge ein: 1. es muss eine Ansicht geben, in der ich Elemente quasi räumlich anordnen kann anstelle in der üblichen Listen-Form. 2. Für bestimmte Projekte möchte ich Links, Bilder, Videos, Notizen in einem Projektordner bündeln können ohne meine ganzen anderen Tools separat öffnen zu müssen.

Ein Wort zu verschiedenen Devices

Wichtig für mich ja immer als erstes: gibt es ein Browser-Plug-In oder einen Web-Clipper, eine iOS-App und eine Android-App, die synchronierbar sind. Denn ich arbeite kaum noch mit Desktop-Anwendungen, habe in iPad und ein Android-Phone.

Springpad besteht diesen Test mit Bravour vom Angebot her und hat keinerlei Probleme mit der Synchronisierung.

Springpad Webclipper

 

Vor allem ist die Umsetzung für die Bildschirmgröße von Phones wirklich gelungen: klar, übersichtlich, gut zu navigieren, ansprechende Größe. Macht Spass.

Den Web Clipper habe ich in Google Chrome und in Firefox ausprobiert. Laufen beide reibungslos. Chrome hat außerdem eine App, mit der man direkt auf die Seite navigieren oder sie in einem neuen Tab öffnen kann. Firefox hat ein Add-On.

Funktionalität

Im Grunde bleibt kein Wunsch offen. Auf dem Startscreen finde ich als Neuling bereits angelegte Beispiel-Notizbücher, die mir zeigen was überhaupt geht. Ich lösche sowas meist nach dem ersten Blick und richte mich ein. Hier aber ein paar Screenshots aus dem Beispiel „My first notebook“. (Für große Foto-Ansicht einfach auf das jeweilige Bild klicken)

Wie man sieht:

  • Neben Fotos, Links und Notizen kann ich Audioaufnahmen, Musik, Rezepte, gescannte QR-codes, Checklisten, Reminder, Events einfügen. Die jeweilige Notiz unterscheidet sich dann ein bisschen vom Layout her.
  • Das gesamte Notizbuch lässt sich farblich variabel einrichten mit hellen und dunklen Hintergründen.
  • Im Kontext-Menü einer Notiz kann ich Erinnerungen nachbearbeiten und sogar noch Elemente hinzufügen.
  • 3 Ansichtsoptionen: Liste, Gallerie und Board. Auf dem Board lassen sich die Notizen beliebig hin und her bewegen.
  • Sortierungsfilter: von Hand, Erstellungsdatum, letztes Bearbeitungsdatum, Fälligkeitsdatum, Typ, nach Name, nach Beliebtheit (nicht ausprobiert – aber man kann öffentlichen Notizbüchern folgen und die auch „liken“ bzw. kommentieren)
  • Erledigte Notizen / Tasks lassen sich ausblenden
  • Je nachdem ob das Notizbuch öffentlich ist oder privat, kann man direkt Kontakte hinzufügen oder es generell zum Teilen zur Verfügung stellen.

Das Ganze ist also schon auf Community angelegt, es gibt eine Suche zu diversen Themen:

Springpad- Everyday life, done better 2013-10-24 16-54-09Ich habe kurz in der Kategorie „Shop“ gestöbert, mir die beliebtesten Produkte angesehen und landete z. Bsp. bei einem Chromebook mit Beschreibung und Link zu einem großen Online-Händler.

Es ist wahrscheinlich, dass es sich um eine Notiz handelte, die zu Marketing-Zwecken eingestellt wurde.

Auf jeden Fall gibt es die Möglichkeit, „branded and sponsored curated content for your audience to use and share“ einzustellen, Seiten zu betreiben und Springpad auf eigene Homepages via Embed Codes einzustellen. Die Preise werden aber hinter verschlossenen Türen verhandelt nach persönlicher Kontaktaufnahme. Inwieweit das für deutsche Unternehmen marketingrelevant ist, kann ich nicht sagen. Hier fehlen Monitoring-Auswertungen über deutsche User-Zahlen der Plattform.

Kostenfrei für den „normalen“ User

Vorteil für den „Normalo-Web-User“: man muss sich solchen Content überhaupt nicht ansehen, wird auch nicht genötigt, sich in diese Bereiche zu begeben. Wer nur für sich selbst oder zum kollaborativen Arbeiten die Notizbücher nutzen will, kann das einfach tun.

Login übrigens über Twitter, Google, Facebook, Yahoo oder einen separat angelegten Nutzer-Account.

2012 gab es einen Preis für Springpad: „voted #1 mobile app of 2012 by MITX Innovation Awards“ – zu Recht, wie ich finde. 2013 gehört die Plattform laut Time Magazine scheinbar zu den „Top 50 Apps“.  Von mir bekommt das Tool jedenfalls 10 von 10 Punkten. Neugierig geworden? Dann los, einfach ausprobieren.

(Alle Screenshots mit freundlicher Genehmigung durch Springpad autorisiert. Danke.)