ununi.TV – wo steht es inzwischen? Beitrag zur Open EducationWeek 2014

Der Weg ist das Ziel

Es ist bekannt, dass ich ununi.TV seit den ersten Schritten Ende 2011 unterstütze – aus vielen Gründen, die mit meiner Einschätzung der Bildungsstrukturen in Deutschland und meinen Ideen zu moderner Bildung zu tun haben. Nun hat eine der InitiatorInnen aus aktuellem Anlass eine kleine Bestandsaufnahme gemacht.

 

In der vergangenen Woche konnte man im Web etliche Veranstaltungen zum Thema Bildung finden. Anlass war die Open EducationWeek 2014. Weltweit wird im Rahmen dieser Woche in Bildungskreisen diskutiert, laut nachgedacht, Projekte werden vorgestellt.

 

ununi.TV heute

Anja C. Wagner, eine der Initiatorinnen von ununi.TV, hat sich im Rahmen der Open EducationWeek für den #pb21-Web-Talk interviewen lassen zu dem modernen Video-Bildungsformat. Die Idee zum Format ununi.TV basiert auf dem Prinzip des Barcamps: JedeR ist ExpertIn für irgendetwas. Warum also nicht auch im Web eine Plattform anbieten, auf der Platz ist für das Wissen vieler?

Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Aktion in 2013 ist ununi.TV also mit einem neuen Konzept im zweiten Anlauf durchgestartet und bietet heute:

  • ein Videoportal
  • eine Community
  • einen Edu-Shop

Frei zugänglich über das Web, unter CC-Lizenz, mit kostenfreien, aber auch kostenpflichtigen Angeboten.

Die Slideshare zur Bestandsaufnahme von ununi.TV  muss bitte über den vorhergehenden Link separat aufgerufen werden. Aus rechtlichen Gründen ist in Deutschland zurzeit eine Einbindung auf Blogs nicht rechtskonform.

Trends im Bewegtbild

Auf der Social Media Week Hamburg wurde ihm ein Thementag gewidmet, dem „Bewegtbild“. Warum nennt man es nicht mehr Video? Weil das zu eng gefasst wäre und die Möglichkeiten im Rahmen der neuen Medienstrukturen nicht mehr korrekt erfasst. Das klassische TV wird von Trendsettern der Szene schon als tot angesehen – nur noch die Generation X (um 1970 und früher Geborene) frönt ihrer Ansicht nach mit ihm noch alten Gewohnheiten.

Verlage und Hersteller von Endgeräten probieren an neuen Ideen herum. Marketing-Agenturen setzen auf Crossmedia-Kampagnen, in denen Text, Bild und Video zu einem ansprechenden Mix gestaltet werden. Man blickt auf die Nutzer der Zukunft und ist sich zumindest in der Social Media-Szene der Optionen des Web 2.0 sehr wohl bewusst.

Auch in der Bildungsriege ist man nicht schläfrig und hat die Zeichen der Zeit erkannt: Partizipation kann im Grunde genommen auf schnellem Wege motiviert werden. Es braucht eben nur einen Internetzugang, Zeit, Lust und niedrige Zugangshürden. Mit ununi.TV ist so ein Versuch am Laufen. Ohne Anspruch darauf zu erheben, das endgültig perfekte Format gefunden zu haben, arbeitet eine engagierte Community an der Erprobung und Weiterentwicklung der Grundidee.

 

Der Gewinn durch eine Community

Was nach aussen hin nicht lautstark kommuniziert wird: es gibt einige Vorteile, die man nur als zahlendes Mitglied hat:

  • aktiven Nutzung des Live-Video-Portals mit professioneller Ko-Moderation-Betreuung
  • Nutzung des EduShops, um eigene kostenpflichtige Angebote zu unterbreiten.
  • Zugang zum Kreativ-Netzwerk

Man  wird in die Google-Community eingeladen, kann sich in AG’s einschreiben und Entwicklungsprozesse aktiv mit gestalten, sowie eigene Angebote einstellen – mit voller technischer Unterstützung für die Live-Streamings. Gehaltene Sessions werden aufgezeichnet und sowohl auf der Homepage von ununi.TV als auch auf dem youtube-Kanal öffentlich gemacht und können somit der beruflichen Reputation dienen.

Wer sich nicht sicher fühlt im Moderieren, erhält über regelmäßig wiederkehrende Termine im Probenraum die Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Alle kostenpflichtigen Angebote von Community-Mitgliedern erhält man mit Nachlässen zwischen 30 bis 50 %. Der Kostenfaktor ist lächerlich: eine Jahresmitgliedschaft kostet gerade einmal 97 Euro. Das sind 8,08 Euro im Monat.

 

Interesse?

Ich zum Beispiel biete im Moment noch kostenfrei für Mitglieder 14-tägig ein Sketchnote-Training an: Visualisieren lernen mit Stift und Zettel (wer es analog liebt) oder via Apps für die „digitalen Menschen“ – in geschlossenen Online-Meetings via Google-Hangout. Einige Ergebnisse dieser Übungsrunden kann man hier auf Flickr ansehen. Wenig bekannt: in dieser Übungsgruppe haben wir die Ideen für die #sooc1314-Badges des „Saxon Open Online Course „Lernen und Lehren mit Social Media“ entwickelt.

Video-Interviews, die ich auf ununi.TV gehalten habe, finden sich rechts in der Navigation dieses Blogs oder auf meinem Youtube-Kanal.

Einige meiner Angebote für kurze Online-Kurse, die hier im Haute-Culture-Shop stehen, werden zurzeit für den EduShop von ununi.TV überarbeitet bzw. um neue Angebote ergänzt.

Wer jetzt Interesse hat, ununi.TV kennenzulernen und sich vielleicht einmal zu einem Thema seiner/ihrer Wahl interviewen zu lassen, meldet sich einfach bei mir.

Denken ist interssanter als Wissen, aber nicht als Anschauen.

(Johann Wolfgang von Goethe)