Online bewerben 4 – Rechnungsabschluss

Über ein paar Wochen habe ich mir angesehen, wie man sich online bewerben kann. Und überlegt, was unter welchen Umständen sinnvoll ist. Hier mein Resümee.

Zur Erinnerung: am 24. Mai frage ich über einen Blogeintrag, ob man über neue Bewerbungswege im Web 2.0 an einen Job oder neue Projekte kommen kann. Anlass waren verschiedene Aktionen, die ich verfolgt hatte und meine persönliche Lage: zum 1.7. lief mein Vertrag mit der TLA TeleLearn-Akademie für Projektmanagement im Blended-Learning aus.

Rückblick

Ich stellte Fragen zu:

  • der Reichweite, die man mit den eigenen Social-Web-Profilen erreichen kann
  • der Frage, ob man „Arbeit- und Projektgeber, die eher offline unterwegs sind“ überhaupt adressieren kann
  • zum Rezeptionsverhalten im Web: bekommen Blog-Leser überhaupt mit, was man für eine Leistung oder was für ein Kompetenzprofil man anbietet?

Zusätzlich ging es um Experimentieren mit der Form, Provokation von Gesprächen, Anbieten von Mehrwert durch Inhalte in der Artikelserie, Anbieten von neuen Informationen und die generelle Aufwertung von Social-Media-Berufen.

Der Prozess

Vorgestellt habe ich also verschiedene Hypothesen und Überlegungen. Dazu kamen Beiträge zu Bewerbungs-Tools im Netz.

Letzlich stellte ich schnell fest, dass es natürlich bestimmte Eckpfeiler gibt. Man muss manche Bewerbungen über Online-Formulare einreichen. Man kann sein eigenes Portfolio um visuelle Schaugrafiken und Online-Visitenkarten ergänzen. Die man aber vor allem als Link in sein Anschreiben mit einbindet.

Gibt es vorab keine oder eine zu geringe Reichweite an Followern und Fans, weil man a) nicht für eine in Social Media bekannte Firma arbeitet oder b) nicht als Social-Media-Influencer gilt, dann sieht es schlecht aus.

Meine Lage

Wer sich mit der Vermittlung von Skills & Learning 2.0 beschäftigt, hat nicht den ganz großen Namen. Denn Social Media gehört dem Marketing.

Trotzdem war ich erstaunt, dass die Überlegungen in den Artikeln doch weitreichend Anklang fanden. Das äußerte sich allerdings selten über Kommentare auf diesem Blog. Oder über Kommentare in den Netzwerken XING, Twitter, Facebook, LinkedIn – in denen ich die Artikelinhalte verteilte.

Vielmehr bekam ich:

  • indirekte Rückmeldungen über Leute, die ich kannte. Dass nämlich Person xy meine Artikel gelesen und mit den mir Bekannten darüber gesprochen hatte.
  • einige Empfehlungen von mir bekannten Menschen, die sich rückversicherten, ob sie richtig verstanden hätten, dass ich neue Projekte oder einen Job suche und was ich nun genau mache.
  • tatsächlich auch Anfragen für Workshops und Vorträge – wobei ich eher vermute, dass die Aufmerksamkeit über meine aktiven Tätigkeiten im vergangenen Jahr erregt wurde.

Hinzu rechne ich eine Vergrößerung meiner Reichweite den Aktivitäten der letzten Wochen um das Crowdfunding zu ununi.TV an. Einem Projekt, das ich stark beworben habe, weil ich neue Ideen gerne auf den Weg bringe und darin einen interessanten Ansatz für ein alternatives Bildungskonzept sehe. Gleichwohl wurde das Projekt auch mit Skepsis und Unbehagen wahrgenommen – aus Gründen die mit den verkrusteten Strukturen in der deutschen Bildungslandschaft und der allgemeinen Skepsis gegenüber Innovationen zu tun haben – sprachen meine Aktivitäten also für oder gegen mich?

Resümee

Haste was, biste wer. Oder: biste wer, haste was. Social Media ist nicht nur vor allem Marketing (leider), sondern oft auch Ego-Positionierung und one-way-communication.

Gleichwohl können Menschen, die sich in Social Media und Online-Bezügen bewegen sehr wohl auf neue Bewerbungs-Methoden zurück greifen. In letzter Zeit sind insgesamt vermehrt Angebote und Blogartikel aufgetaucht, die sich mit den entsprechenden Strategien für Online-Bewerbung und -Positionierung beschäftigen.

Natürlich: das war schon immer so. Ich suche mir meine Kontakte und Netzwerke über meine Bezüge. Wenn ich also online arbeite, sollte ich (für) mich auch entsprechend (be)werben.

Mein Rat-Schlag

Die Bewerbung in Form und Inhalt also immer von den Umständen abhängig machen. Wenn im Web, dann konsequent in dessen Tenor. Wenn es um Kreativität geht, dann entsprechend ausgefallen. Wenn es um klassische Strukturen geht, dann bitte seriös.

Hier muss jedeR einen passenden Weg für sich selbst erkunden.

Wer sich traut, sich öffentlich zu produzieren, sollte das geschickt tun und bedacht. Strategisch vermutlich sogar. Mir hat es geholfen, mich noch einmal klarer zu positionieren. Ich habe meine Website neu layoutet, meine Selbstdarstellung überarbeitet. Bald gibt es neue Fotos, einen Web-Shop und einen Event-Kalender. Ich arbeite immer in mehreren Projekten, egal worauf der Schwerpunkt liegt. Das kommuniziere ich nun deutlicher. Ich verstehe mehr denn je, dass das Social Web immer auch mit (Selbst-)Marketing zu tun hat.

Selbstdarstellung, Verkaufen und Bildung schließen einander nicht aus. Social Media bedeutet für mich nach wie vor: Kommunikation. Egal, mit welcher Intention ich antrete und egal, wie ich es gestalte. Die Gestaltung und Umsetzung zeigt nur: habe ich es mit einem Profi zu tun, der weiß, was er/sie hier tut oder nicht?

Wer das sieht und diese Kompetenzen braucht, wird sich melden. Darüber hinaus muss man natürlich plietsch sein und sich immer aktiv bewegen: Vorschläge machen, Ideen gestalten, Mehrwert anbieten.