Nach dem Course ist vor dem Kurs, oder? – Natürlich nicht!

 

Meinungen aus der Halbzeit

Da gab es in der 6. Woche Überlegungen zur Halbzeit, und jetzt haben sich schon einige TeilnehmerInnen abschließend geäußert:

 

Nun… andere Meinungen

Jasmin Hamdeh fordert die Anerkennung informell erworbenen Wissens.
Karlheinz Pape zieht den Nutzen von „anregenden Rahmenbedingungen“ konkreten Lernzielen vor.
Lore Ress geht gleich in die Offensive mit einer Twitter-Veranstaltung unter dem Hashtag #lerntt – Austausch zum Thema Lernen, Lehrer, Training – erster Termin (online natürlich) am 4. August um 17.30 Uhr.
Fragen zu weiterführenden Projekten nach dem OpenCourse hatte zwischenzeitlich Jasmin Hamadeh aber auch schon gepostet – mit viel Resonanz.
Monika König hat wie immer viele Aspekte zu benennen: sie gewann mehr LeserInnen für ihren Blog, fand für sich spezifische Schreibanlässe, hinterfragt die Rolle der Lehrenden und wechselt zugleich von einer Lernenden in diese, äußert Überlegungen zum Wert der Mittwoch-Sessions.
Horst Sievert sieht immer noch eine Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis und fragt, ob die angebotene Materialsammlung nicht vielleicht auch eine Überforderung gewesen sei. Zudem macht er sich Gedanken über die Rolle von Lehrenden und Lernenden.

 

Meine Meinung… generell

Mein erster OpenCourse. Per „Zufall“ drauf gestoßen. Bis vor einem knappen halben Jahr war ich auf keiner Social Media Plattform aktiv. Inzwischen bin ich ein „Nerd“ geworden – sowas von begeistert von den Möglichkeiten, die das Web 2.0 bietet…
Im Grunde bin ich ohnehin Visionärin und daher nur allzu empfänglich für neue Projekte. Ich sehe keinen Grund, bei Neuem vorgefertigte Wert-Maßstäbe anzulegen. Ich sauge alles Neue auf, genieße es, probiere, denke, reflektiere, selektiere.

Die wissenschaftliche Orientierung habe ich zwischenzeitlich „bemängelt“ – klar, da bin ich nicht mehr, in dieser Welt. „Wissenschaft“ ist für mich nur eine von vielen Methoden, um Dinge zu ergründen. Sie bewegt sich im Rahmen von „trial-prove-error“ – man stellt eine These auf, überprüft diese. Wenn sie nicht beweisbar ist, überprüft man die nächste These. Aber warum nicht? Daran kann ich teilnehmen ohne Vorbehalte – einfach probieren, wie es geht.

Nicht alle Inhalte waren für mich als Coach und Dozentin in der Erwachsenbildung von vorrangigem Interesse. Aber das erging anderen genauso. Und gerade aus dieser Diskrepanz ergaben sich fruchtbare Diskussionen. Der OpenCourse hat Interessierte aus den verschiedensten Professionen angelockt – sehr gewinnbringende Interaktion!

 

Meine Meinung… Konzept und Methoden

Grundhaltung des OpenCourse aus meiner Sicht: nun lasst uns mal sehen. Hier ist eine Vorlage, hier sind Texte, Tools, Plattformen, Termine – wir bieten an, was macht Ihr daraus. Wir sind gespannt und stehen Euch zur Verfügung bei Fragen und Anregungen. Wenn dann mal die Technik hakt oder ein Dozent nicht so „knackig“ ist wie erwartet oder ein anderer heftige Diskussionen provoziert ob seines Auftretens und seiner Methoden: umso besser!

Die „Lurker“ mehr anzusprechen wurde diskutiert und ist ungemein wichtig. Nicht alle Menschen sind mutig genug, sich öffentlich zu äußern. Dazu gab es einige Diskussionen, die mir sehr gefallen haben. Dieser „schweigenden, mitlesenden Mehrheit“ eine laute Stimme zu geben – sprich, denen ein geschütztes Forum anzubieten, könnte ein schöner Weg sein, Partizipation im Rahmen von OpenCourses und MOOC-Formaten zu fördern.

 

Meine Meinung… Medien

Dass Twitter das erste und beliebteste Medium ist laut erster Auswertung des Fragebogens, wundert mich nicht. Twitter ist doch ein geniales Medium, um sich zu informieren und Inhalte zu teilen. Selbst, wenn man nicht postet, sondern nur liest: man kriegt alles haut-, zeitnah und umfangreich mit!

Die Homepage des OpenCourse sehr übersichtlich und klar. Schön die Möglichkeit, den eigenen Blog dort zu verlinken. Ich schließe mich Monika König an: mein Blog wurde mehr gelesen und ich hatte auch mehr Grund, Artikel zu schreiben.

Die anderen Medien wie Adobe Connect, Ustream, Etherpad, Audioboo etc. fand ich leicht zu bedienen und zu verstehen.

 

Meine Meinung… Inhalte

Man trifft nie den Geschmack von allen. Aber das macht das Format MOOC auch so interessant. Sehr bereichernd fand ich die Teilnahme von Menschen um Horst Sievert und „Senioren lernen Online“. Also guck‘ mal. Ist ja doch nicht nur für junge Leute, das Web 2.0… allerdings sollten manche Ältere (und auch Jüngere) – also Menschen generell – erstmal ihre Befindlichkeiten prüfen bevor sie sich online äußern. Was ich denke, ist eines, was ich dann poste, was anderes.

Die Themenauswahl grundsätzlich interessant und vielfältig – halt für jeden Geschmack was dabei. Hat ja auch niemals jemand gesagt, man müsste sich für alles interessieren, was so angeboten wird…

 

Abschließend…

Irgendwas habe ich vergessen… ach ja. Das Konzept „MOOC“ (Massive Online Open Course) ist so fantastisch und visionär, dass man es nicht nur aus dem universitärem Rahmen heraus anbieten muss. Da gibt es viel mehr Spielraum. Denke ich jedenfalls – und das werde ich auf dem BarCamp Hannover am 27. und 28. August auch thematisieren. Es ist klar, dass die Organisatoren immer einen ungeheuren Aufwand haben und vor allem einEn gutEn AdministratorIn brauchen, um überhaupt die Internetpräsenz, die Handhabung der Technik und die Zusammenführung der im Netz verstreuten Inhalte zu gewährleisten. Eine beachtliche Leistung bei diesem OpenCourse, den ich in dieser Hinsicht einfach nur als gelungen ansehen kann. (Und Finanzen.. war da nicht noch was?)

Mich interessiert für die Zukunft vor allem, was man mit diesem Format noch machen kann. Die Erfahrungen des OpenCourse von studiumdigitale sind dafür eine tolle Grundlage. Warum Dinge zerreden und zerfetzen anstatt sich auf das zu konzentrieren, was gut funktioniert hat?

 

P.S.

Etwas ist allerdings doch erschreckend: die gegenseitige Verlinkung von Blogs funktioniert gar nicht! Keine Aufmerksamkeit für? Keine Zeit, den eigenen Blog anzupassen? Ist das nicht relevant, die Verlinkung? – Ist es doch! Nur über die Vernetzung untereinander entsteht Wertschätzung und die Kumulierung von Massen…