Blogging4Charity

2013-12-15 14.44.46

Silke Schippmann bewirbt sie seit Wochen: die Spenden-Aktion für das Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg. Nett ist grundsätzlich die Idee des „Blogging4Charity“.

Vorweihnachtszeit, Spendenzeit.

Zu keiner Zeit im Jahr wird soviel Geld von den deutschen Bürgern gespendet für gute Zwecke wie in der Vorweihnachtszeit. Den Deutschen liegt die Geldbörse zurzeit leicht in der Hand, denn das Gewissen ist aufdringlich präsent: man kauft einen Haufen schöner Geschenke für das kommende Weihnachtsfest (zumeist nicht gerade zum günstigen Preis), ist sich aber der miserablen Zustände auf diesem Planeten doch irgendwie bewusst: Handys, Schokolade und Bekleidung werden von Kinderhand gefertigt. Und so ein paar andere Sachen laufen auch nicht rund.

Da war doch was… Trotz „Tatort“, „Wetten Dass“ und „Voice of Germany“ sowie diverser Kochschows – speziell gefertigt, um den zahlungskräftigen, TV-sozialisierten Arbeitnehmer ab Dreißig nach Feierabend einzulullen und abzulenken – liest und hört man ja täglich genug über die miserablen Zustände in der Welt. Weit weg zum einen, bedrohlich nah zum anderen.

Weihnachten ist ja aber nun mal das traditionellste und schönste Fest im Jahr. Also muss es gelebt und gefeiert werden. Der Rest der Welt bekommt ein wenig Geld ab vom Budget und alles ist gut.

 

Vorwurfsfrei:

Es ist, wie es ist. JedeR muss, kann und soll selbst entscheiden, wie er oder sie das Ganze handhabt. Als Social Media Mensch und Blogger bietet sich immerhin die Nische / Alternative / Ergänzung zu sonstigen guten Taten in Form des „Blogging4Charity“.

Rechts auf diesem Blog findet man immer ein paar Widgets mit Projekten, die ich unterstütze oder an denen ich aktiv teilnehme. Im Moment ist da auch die Weihnachtskugel für das Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg

Das Ganze geht so:

1. Blogger können sich anmelden: Bonprix spendet für jeden Blogpost und jeden Blogger, der die Weihnachtskugel auf seinem/ihrem Blog einbindet, 50 Euro.

2. Da maximal 100 Blogs angenommen werden, gibt es noch die Option, via Crowdfunding über Betterplace.org für das Hospiz zu spenden.

3. Oder hier direkt gucken auf der Website: das Hospiz hat eine Wunschliste.

 

Warum ich mich für ein Hospiz einsetze?

Weil ich selbst ausgebildet bin als ehrenamtliche Hospizhelferin und fast vier Jahre lang in Hannover im ambulanten Dienst als auch auf der Palliativstation der Medizinischen Hochschule Hannover ehrenamtlich tätig war.

Weil ich das moderne Tabu rund um das Sterben erschreckend finde, schlimmer als die Auseinandersetzung mit dem Tod an sich. Wir leben nicht ewig, wir bleiben nicht ewig jung. Alle falschen Nasen fallen nach dem Tod ab, alle per Botox eingefrorenen Stirnfalten erschlaffen, jeder Zweite hat eine Prothese im Körper – denn wir leben zwar länger und können so tun, als ob wir länger jung bleiben als in früheren Jahrhunderten. Aber am Tod kommen wir nicht vorbei.

Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, beträgt 1:10. Die Wahrscheinlichkeit, im Lotto zu gewinnen, 1: 1 Milliarde.

Wer einmal Sterbende und ihre Angehörigen begleitet hat, weiß wie wichtig es ist, sich am Ende des Lebens gut versorgt und behütet zu fühlen. Krebstode dauern lange und bedeuten Siechtum – Sterben auf Raten. Das nicht alleine bewältigen zu müssen, ist ein Geschenk.

 

Blogging is Caring

Sharing is caring heißt es im Social Web immer: Teile Deins und das der anderen. Das Web ist Dialog. Als Blogger hat man – egal wie wenig oder wie viele Menschen „einen lesen“ dennoch immer eine gewisse Anzahl von Adressaten, die man erreicht mit den Ideen, Überlegungen und Botschaften, die man per Blog verbreitet.

Deshalb gibt es diesen Artikel auf diesem Blog: ich blogge4charity – ganz im Sinne des „Blogging is caring“ in diesem Jahr. Wenn Ihr noch etwas Geld übrig habt: das oben genannte Projekt, aber auch viele andere Hospize freuen sich über Spenden.

Wer niemals jemanden durch den Tod verloren hat, wird mit diesem Aufruf nichts anfangen können. Wer jemanden durch den Tod verloren hat oder selbst durch ihn bedroht ist, weiß genau, dass jede Minute im Leben eine kleine Kostbarkeit bedeutet, die wohl gestaltet und bewusst gelebt werden will.

 

„Liste Nr. 5: Wie man ewig leben kann

[…]

1. Sag jeden Tag: Morgen sage ich diesen Satz noch einmal.

2. Werde Vampir. Hoffentlich läuft Dir Buffy nicht über den Weg.

3. Lass Dich einfrieren. Dann, nach Hunderten von Jahren, wenn sie ein Mittel gegen den Krebs entdeckt haben und das Geheimnis der Unsterblichkeit kennen, tauen sie Dich wieder auf. (Wenn Du Glück hast, triffst Du anschließend Roboter und Außerirdirdische und hast sogar Deine private Raumfähre.)

[…]“

(Quelle: „Wie man unsterblich wird“ von Sally Nicholls)